Hundefreunde-Waldblick e.V.

Erziehung bedeutet Beispiel und Liebe. Sonst nichts. 

Lernprozesse

Lernen

Lernen umfasst alle Prozesse, durch die sich ein Hund an seine Umwelt anpasst (Verhaltensänderungsprozesse), und die nicht auf ererbte Mechanismen, auf Reifung oder Ermüdung zurückgeführt werden können.

Konditionierungen

Konditionierungen sind Lehrnvorgänge bei denen Verhaltensweisen oder Reaktionen mit bestimmten Reizen verknüpft werden. Sie können mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder ausgelöst werden.

Klassische Konditionierung (Pawlowsche Hund)

Sie wurde von Pawlow entdeckt und untersucht. Ein vorher neutraler Reiz wird mit einem unbedingten (natürlichen) Reiz verknüpft. Um später den unbedingten Reiz, nur durch Auslösung des neutralen Reizes hervorzurufen, muss mehrmalige Wiederholung erfolgen.

Operante Konditionierung (Operants = Verhaltensäußerung) 
nach B.F. Skinner

Das wichtigste Merkmal der operanten Konditionierung ist das systematische Belohnen.
Man regt den Hund an das gewünschte Verhalten zu zeigen ( z.B. "Sitz"), anschließend wird der Hund durch einen positiven Reiz belohnt (Hundelecker). Man belohn fortwährend solche Verhaltensweisen, die dem endgültig gewünschten Verhalten schrittweise näher kommen. Hierbei kann es auch zu Rückschlägen kommen.

Der Hauptunterschied zwischen der Lernart der klassische Konditionierung und der operanten Konditionierung, liegt darin, dass klassische Konditionierung nur in solchen Situationen angewendet werden kann, in denen eine Reaktion naturgemäß abläuft. 
Wie oben im Beispiel Pawlows: Die Speichelabsonderung ist eine automatische, natürliche Reaktion, auf diese dann wie eben erklärt reagiert werden kann.

Soziabilisierung

Hiermit sind die ersten Erfahrungen des Welpen und Junghundes mit der Mutter ( Urvertrauen wird gebildet), dem Züchter und der Familie oder dem Besitzer der den Hund übernimmt gemeint.

Deshalb ist es besonders wichtig den Welpen nicht vor der 6- 7 Woche von der Mutter zu trennen. Dazu zählen die Fütterungen, das Saugen an den Zitzen der Mutter und die weitere Fütterung des Züchters, die Reinlichkeitserziehung und die Umwelt die der Welpe in der Familie des Züchters erfährt.
Aber auch nach dem Kauf eines Welpen, in seiner neuen Familie und Umgebung wird seine seelische Grundstimmung ( ob der junge Hund bereits aggressives oder ängstliches Verhalten zeigt ) weiter geprägt. Diese Erfahrungen, die der Hund dort sammelt, bestimmen den Verlauf seiner Sozialisation. Meist sind Störungen schon von dieser Zeit hervorbestimmt, was nicht heißen soll das nur diese Zeit wichtig ist. Ihr wird nur eine besondere Bedeutung zugeschrieben da sie grundlegend ist und es besonders schwierig ist solche Hunde, bei denen diese Grundlage im optimalem Sinne fehlt, zu sozialisieren. Dies erfordert dann mehr Geschick und Arbeit.

Reziproke Hemmung

Jeder Welpe kommt unvoreingenommen zur Welt. Während der Sozialibisierung oder Sozialisation (s.O.) kann er schlechte Erfahrungen machen, die er daraufhin mit negativen Reizen verknüpft.
So kann man von antrainierten Angstzuständen sprechen.

Das Prinzip der reziproken Hemmung ist wie folgt: 
Der Hund wird mit seinem Angstobjekt zusammen gebracht. Zunächst beobachtet man seine Reaktion. Der Hund wird mit diesem Objekt oder dem Geräusch (z.B. Autolärm, Luftballons, Staubsauger, etc.) mit einer zunächst größeren Distanz konfrontiert und dabei mit einem für das Tier wichtigerem Reiz (Lecker, Spielzeug, etc.) abgelenkt, bzw. belohnt wenn der Hund in dieser Distanz noch keine Angstreaktion zeigt.
Nun werden beide (Hund und Angstobjekt) immer näher zusammengeführt und bei jeder weiteren Konfrontation wird der Hund mit einem positiven Reiz abgelenkt, bzw. belohnt.
Immer wenn der Hund nach einiger Zeit auf eine bestimmte Distanz mit Gleichgültigkeit reagiert und der positive Reiz an Stärke gewinnt, kann die nächst geringere Distanz angestuert werden.
Ergebniss dieser Hemmung wird sein, dass Ihr Hund seinem vorherigen Angstobjekt mit Gleichgültigkeit gegenübertritt. Dies wurde mit Hilfe der positiven Reize hervorgebracht.
Wichtig ist das dies schrittweise und über einen längeren Zeitraum (mehrere Tage bzw. Wochen in denen einige Tage als Ruhepause ausgelassen werden) geschieht.